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Sendungen für 'planet wissen'

 

 

SWR-Fernsehen: Montag bis Freitag, 15 bis 16 Uhr
WDR-Fernsehen: Montag bis Freitag, 15 bis 16 Uhr
BR-alpha: Montag bis Freitag, 16:15 bis 17:15 Uhr
RBB (jew. um einen Tag versetzt): Montag bis Freitag, 14 bis 15 Uhr

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RAF - Deutschland im Fadenkreuz, 26.6.2008

Der linksextremistische Terror der RAF ist auch 10 Jahre nach der Selbstauflösung nicht in Vergessenheit geraten. 34 Morde, zahlreiche Bombenanschläge und Sprengstoffattentate gehen auf das Konto der „Roten Armee Fraktion“. Gerade die Geschehnisse im Deutschen Herbst versetzten Deutschland in Angst und Schrecken. Die Schleyer-Entführung, das Geiseldrama in Mogadischu und schließlich der kollektive Selbstmord der ersten RAF-Garde in Stuttgart-Stammheim bestimmten das Jahr 1977. Bis in die 90er Jahre ermordete die RAF gezielt Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft, bevor sie sich schließlich sang- und klanglos auflöste.

Gemeinsam mit dem Regisseur und Kenner der Szene Andres Veiel erinnert Planet Wissen an die bleierne Zeit des RAF-Terrors in Deutschland.

 

Wo bitte liegt SCHLESIEN? 06.11.2007

Schlesien ist ein uralter Landstrich, ein Stromland, geprägt von den fruchtbaren Böden rechts und links der Oder. Romantisch verklärt von Eichendorff, gepriesen von Goethe, war Schlesien seit der Völkerwanderung ein klassisches Durchzugsland. Germanische und slawische Stämme siedelten sich hier an und als Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Sprachen durchlebte Schlesien stets eine spannungsreiche Geschichte. Doch nie hat die Region soviel Leid und Verderben erfahren wie im 20. Jahrhundert. Heute ist Schlesien im vereinten Europa angekommen – als Mahnmal einer zerstörerischen Vergangenheit und als geschichtsträchtiger Ort der Aussöhnung zwischen Polen und Deutschen.

Gemeinsam mit der Schlesierin Monika Taubitz dokumentiert PLANET WISSEN die wechselvolle Geschichte Schlesiens und erzählt von den Schönheiten und Besonderheiten einer unvergleichlichen Kulturlandschaft.

 

RENAISSANCE - das goldene Zeitalter, 26.10.2007

Die Renaissance gehört zu den schillerndsten und unvergänglichsten Epochen der Menschheit. Mit grenzenlosen Selbstvertrauen bricht der Mensch im Europa des 15. und 16. Jahrhundert auf zu neuen Ufern und revolutioniert Kunst, Kultur und Wirtschaft. Kulturelle Eliten sorgten für einen einzigartigen Modernisierungsschub, innerhalb weniger Jahrzehnte entstehen grandiose Bauwerke, Gemälde und Kunstwerke, die zu den bedeutendsten Werken der Welt gehören. Ihre Schöpfer tragen Namen wie Michelangelo und Leonardo da Vinci und sind hochbezahlte Superstars ihrer Zeit, arbeiten ausschließlich für Regenten und Päpste.

Gemeinsam mit dem Zürcher Historiker und Renaissance-Forscher Bernd Roeck unternimmt PLANET WISSEN einen Streifzug durch die mitreißende Welt der Renaissance, geht den bahnbrechenden Errungenschaften der glanzvollen Epoche nach und nimmt bedeutende Gemälde und Kunstwerke unter die Lupe.

 

Die KENNEDYS - Glanz, Macht und Tragödie, 20.09.2007, Wdh. 08.02.2008

Sie gehören zu den berühmtesten Dynastien der Welt, sie wurden zu Ikonen des kalten Krieges, sie waren die heimlichen Royals der USA: Die Kennedys. Ihr Leben und Sterben ist spannender als jeder Roman, großes glamouröses Kino. Die Kennedys haben die größten Triumphe gefeiert und die schrecklichsten Tragödien erlitten. An der Spitze Amerikas wurden John und Jackie zu Kultfiguren, die eine ganze Generation bewegten und inspirierten. Doch der Segen wurde zum Fluch, die Attentate auf John und Robert, die viel zu jung im Kugelhagel starben, führten früh zu ihrer Verklärung.

Gemeinsam mit dem Historiker und Kenner der Geschichte der Kennedys Prof. Dr. Georg Schild macht sich PLANET WISSEN dem Mythos der Kennedys auf die Spur und zeichnet die Höhepunkte ihres bewegten Lebens und Sterbens nach.

 

STALIN – Der rote Diktator, 06.09.2007

Er ist in die Geschichte eingegangen als Urheber einer dreißigjährigen Gewaltherrschaft, die auf Terror und Personenkult beruhte: Der Georgier Josef Wissarionowitsch Dschugaschwilli, genannt Stalin. Der russische Diktator gehört zu den schlimmsten Verbrechern der Menschheitsgeschichte. Die russische Zwangskollektivierung endete in einer der größten Hungersnöte der Menschheit, der „Große Terror“, Stalins Deportationen und Zwangsumsiedlungen und sein gigantisches Straflagersystem brachten Millionen Menschen den Tod und unsägliches Leid über die Länder der ehemaligen UdSSR und Osteuropas. Doch bis heute wird Stalin in russisch-kommunistischen Kreisen immer noch als Idol verehrt und verklärt.

Gemeinsam mit dem Historiker und Kenner der Geschichte des Stalinismus Prof. Dr. Jörg Baberowski zeichnet PLANET WISSEN ein Porträt des roten Diktators und fragt nach den Ursachen des sowjetischen Terrors und der jahrzehntelangen Diktatur.

 

BRIEFMARKEN - Kunstwerke im Kleinformat, 01.03.2007, Wdh. 29.08.2007

Vor über 150 Jahren gab es in Europa eine revolutionäre Erfindung, die das Briefeverschicken sensationell vereinfachte: Die Briefmarke. Die Ausgabe dieses bunt bedruckten Postwertzeichens war zugleich die Geburtstunde eines neuen Hobbies, das Briefmarkensammeln. Allein in Deutschland gibt es heute noch 3 Millionen Sammler. Berühmte Briefmarken wie der blaue Mauritius-Fehldruck, die rote British Guiana One Cent oder die schwedische 3-Schilling-Marke in gelb-orange lassen Sammlerherzen höher schlagen und wechselten immer wieder für Millionenbeträge den Besitzer. Doch nach gut 150 Jahren Geschichte ist das Frankaturzeichen und Sammelobjekt Briefmarke heute vom Aussterben bedroht. In jeder deutschen Postfiliale machen inzwischen ausdruckbare Barcode-Aufkleber der Briefmarke Konkurrenz.

Gemeinsam mit dem Grandseigneur des deutschen Briefmarkenhandels Wolfgang Jakubek unternimmt PLANET WISSEN einen Streifzug durch die bunte Welt der Postwertzeichen, geht der seltsamen Spezies des Briefmarkensammlers nach und nimmt bedeutende Raritäten unter die Briefmarkenlupe.

 

MÜHLEN – Vom Mahlen und Sägen, 27.02.2007, Wdh. 28.08.2007

Wasser- und Windmühlen sind die ältesten Maschinen der Menschheit. Die bahnbrechende Kulturleistung des Menschen, mit der Erfindung der Mühle Muskelkraft durch die natürlichen Energien Wasser und Wind zu ersetzen, prägte 2000 Jahre lang Leben und Landschaft in Europa. In Norddeutschland waren Windmühlen weithin sichtbare Wahrzeichen der Region. In den gebirgigen Gegenden in Süd- und Mitteldeutschland, etwa im Schwarzwald, waren die an rauschenden Bächen gelegenen Wassermühlen jahrhundertelang nicht wegzudenken. Heute wirken die wenigen noch verbliebenen historischen Mühlen auf uns romantisch, wie idyllische Momentaufnahmen einer guten alten Zeit.

Gemeinsam mit dem Direktor des Mühlenmuseums Gifhorn, Horst Wrobel, unternimmt PLANET WISSEN einen Streifzug durch die Geschichte und Kultur der alten Mühlen und geht der Begeisterung auf den Grund, die heutzutage wieder viele Menschen für den Kulturträger Wind- und Wassermühle erfasst.

 

Die BIBEL - Das Buch der Bücher, 20.12.2006

Die Bibel gehört zu den wichtigsten Kulturzeugnissen der Menschheit, ihre Rekorde sind legendär. Buch der Bücher, meistverkauftes, meistgedrucktes Buch der Welt, kein anderes Werk ist in so viel verschiedene Sprachen übertragen worden, wie die Bibel. Dabei ist die Bibel kein Werk eines einzelnen Autors. Das Buch der Bücher ist vielmehr eine Bibliothek, ihre Texte sind über Jahrthunderte hinweg erzählt und weitergegeben, aufgeschrieben und gelesen worden. Die Bibel erzählt Geschichten von der Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Geschichten, die längst Geschichte geworden sind, unsere Geschichte. Denn die Bibel stammt aus den Anfängen unserer Kultur.

Gemeinsam mit der Religionspädagogin und Leiterin der Meersburger Bibelgalerie wirft PLANET WISSEN einen tiefen Blick in das Buch der Bücher, erzählt von den verschiedenen Texten der Bibel und ihren Verfassern. Die Bibel – ein uraltes Buch, ohne das heute nichts so wäre, wie es ist.

 

KLOSTERLEBEN, 19.12.2006

Ein Leben im Kloster – diese Entscheidung traf die Ordensschwester Laetitia Fech aus der Oberpfalz wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Als Nonne suchte sie ein Leben in Abgeschiedenheit und Gebet. Doch mit 38 Jahren wurde sie zur weltweit jüngsten Äbtissin des Zisterzienserinnen-Ordens gewählt. Nun schultert die Chefin des Klosters Waldsassen die Verantwortung einer professionellen Managerin. Doch der klösterliche Rhythmus der Ordensschwester dient als Quelle der Inspiration und Kraft. Als Nonne kann Laetitia Fech auf eine Jahrtausende alte Kulturgeschichte zurückblicken. Denn während in Europa vor über 1000 Jahren die Menschen ihre kulturellen Errungenschaften allmählich vergaßen, erwiesen sich die Mönche als Bewahrer und Förderer des Wissens und der Wissenschaften. In den Klöstern wurde gelesen, geschrieben und gelehrt. So entwickelte sich die Klostermedizin aus der mönchischen Sorge um die Kranken und legte damals den Grundstein für die heutige Schulmedizin. Heute nehmen hingegen immer mehr Menschen in Klöstern eine Auszeit von den täglichen Zwängen und Anforderungen und nutzen die vielseitigen Angebote der Mönche und Nonnen zur inneren Einkehr.

 

Die VERMESSUNG DER ERDE, 07.12.2006

Die Erde ist ein Kugel und dreht sich um die Sonne. Eine Erkenntnis, die heute selbstverständlich ist, Jahrhunderte lang jedoch die Gemüter erregte, und Wissenschaftler wie Galileo Galilei fast auf den Scheiterhaufen brachte. Seit seinen Ursprüngen macht der Mensch sich Gedanken über Raum und Boden, auf dem er lebt und steht, will wissen, wie seine Umgebung beschaffen ist. Heute reicht ein Navigationssystem von der Größe einer Zigarettenschachtel um mit Hilfe von Satelliten die eigene Position punktgenau zu bestimmen. Doch wie orientierte sich der Mensch in früheren Zeiten? Wie gingen die ersten Landvermesser vor, wie errechnete der Mensch das von ihm erdachte Gitternetz aus Breiten- und Längengraden? Wie entstanden die ersten See- und Landkarten und wie ist es uns gelungen die Lage des blauen Planeten in den unermesslichen Weiten des Alls zu berechnen?

Gemeinsam mit dem Geo- und Karthographen Prof. Dr. Armin Hüttermann ergründet PLANET WISSEN die spannende Geschichte der Vermessung der Erde ohne die das komplexe Verkehrsaufkommen und die Mobilität des modernen Menschen undenkbar wären.

 

DIE 20er JAHRE – Tanz auf dem Vulkan, 28.11.2006

Es war ein stürmisches Jahrzehnt – und doch herrschte nur die Ruhe vor dem Sturm, in der Epoche der 20er Jahre. Es war die Zeit zwischen zwei Weltkriegen, eingerahmt vom Inflationsjahr 1923 und der Weltwirtschaftskrise 1929. Die Menschen fanden keine Arbeit. Hunger, Armut und Mangel beherrschten das Leben, Kriegsversehrte und gewaltbereite Agitatoren die Straße. Doch bei aller Verzweiflung gab es ungeahnte Freiräume. Zwänge und althergebrachte Ordnungen zerbrachen, die goldenen Zwanziger versprachen zumindest den Wohlhabenden Freiheit und Glamour. Die Menschen feierten die Freikörperkultur und den Bubikopf, entdeckten den Jazz und tanzten frenetisch Charleston. Bauhaus und Brecht waren Eckpfeiler einer neuen Avantgarde, Radio und Elektrogeräte revolutionierten Gesellschaft und Haushalt.

PLANET WISSEN zeichnet ein spannendes Bild der bewegten 20er Jahre und begibt sich mit dem Mainzer Historiker Professor Sönke Neitzel auf Spurensuche in eine manisch-depressive Epoche der Extreme.

 

MEDIZIN IM ZWIELICHT, 17.11.2006

Die enormen Fortschritte unserer hochgerüsteten High-Tech-Medizin haben eine dunkle Kehrseite. Immer wieder gibt es ärztliche Kunstfehler, falsche Diagnosen und hochgefährliche Medikamente, die sich als lebensbedrohlich erweisen, statt dem Patienten Heilung zu bringen. Bei einem jährlichen Umsatz von über 550 Milliarden Dollar weltweit, bringt die Pharmaindustrie immer wieder Präparate auf den Markt, die schwere Nebenwirkungen auslösen. Als dramatischster Pharmaskandal der Geschichte erwies sich die Contergan-Tragödie in den sechziger Jahren. Steigender Leistungsdruck bei schrumpfenden Budgets, mangelnde Sachkenntnisse und schlichte Selbstüberschätzung führen darüber hinaus in Arztpraxen und Krankenhäusern tagtäglich zu schweren Behandlungsfehlern am Patienten.

PLANET WISSEN diskutiert mit dem Bonner Medizinhistoriker Heinz Schott und dem Kölner Patientenanwalt Boris Meinecke Irrtümer und Fahrlässigkeiten in der Medizin und ihre Auswirkungen auf den Patienten, die ebenso zahlreich wie verschieden sind.

 

GETREIDE, 25.10.2006

Vor etwa 10.000 Jahren begannen die Menschen in einem fruchtbaren Landschaftsgürtel im nahen Osten Gräserpflanzen anzubauen, deren Samenkörner bald das wichtigste Nahrungsmittel der Menschheit wurden. Die Menschen hatten das Getreide entdeckt. Durch die Kultivierung des Getreides wurden die Menschen sesshaft, der Getreideanbau markiert den Anfang der menschlichen Zivilisation. Einkorn, Emmer und Gerste waren die ältesten Getreidearten, die in den steinzeitlichen Ackerbaukulturen angepflanzt wurden. Heute stehen Weizen, Mais und Reis und Hirse auf dem Speisezettel der Welt an erster Stelle. Allein in Deutschland werden jährlich bis zu 25 Millionen Tonnen Weizen geerntet.

Zu Gast bei PLANET WISSEN ist Hansjörg Küster, Professor für Pflanzenökologie an der Universität Hannover. Mit ihm unternimmt PLANET WISSEN einen botanischen Streifzug durch das weite Feld der Getreidearten und diskutiert die kulturgeschichtlichen Auswirkungen der Samenfrüchte auf Mensch und Umwelt.

 

PERLEN – Juwelen der Ozeane, 11. September 2006

Nach wie vor ist der Mythos der Perle ungebrochen. Sagen und Erzählungen ranken sich um den kostbarsten Schmuckstein organischen Ursprungs, Jahrhunderte lang war die Perle ein Privileg der Reichen und Mächtigen, der Kaiser und Könige. Perlen entsprechen dem menschlichen Schönheitsideal, sie stehen für stehen für Reinheit, Glück, Reichtum und Schönheit. Erst die japanische Erfindung der Zuchtperle im 20. Jahrhundert macht die begehrten Kostbarkeiten auch breiten Schichten zugänglich.

Gemeinsam mit dem internationalen Perlenhändler Dieter Müller unternimmt PLANET WISSEN einen Streifzug durch die schimmernde Welt der Perlen und erläutert ihre geheimnisvolle Entstehung, Zucht und Verarbeitung zu schmuckvollen Kleinoden. Tauchen Sie mit uns ein in die Welt der prachtvollen Juwelen der Ozeane.

 

DIE KELTEN - 16. Januar 2004, Neufassung 09. Oktober 2006

Die Kelten sind unsere Urahnen. Bei den alten Römern und Griechen wegen ihrer Tapferkeit berüchtigt und gefürchtet, lebten und starben die Kelten vor weit über 2000 Jahren in Mitteleuropa. Obwohl sie die europäische Landkarte von der Bretagne und Spanien bis nach Kleinasien besiedelten und unangefochtene Meister der Eisenschmiedkunst waren, die Kelten haben uns nur wenig Zeitzeugnisse hinterlassen, denn sie besaßen keine Schrift. Bedeutende Bestattungsfunde finden sich vor allem in Österreich, Frankreich und Deutschland. Wer waren diese rätselhaften keltischen Völker und Stämme aus der grauen Vorzeit, gab es eine dunkle Seite der Kelten, die Menschenopfer darbrachte, und was nahmen die geheimnisvollen keltischen Druiden für Stammesfunktionen ein - Geheimnisse, die die archäologischen Forschung bis heute intensiv beschäftigen.

PLANET WISSEN nimmt Sie mit auf eine Zeitreise, nimmt die Lebensweise und archäologischen Hinterlassenschaften der Kelten genauer unter die Lupe und macht sich mit dem Archäologen Professor Markus Egg der geheimnisvollen Geschichte der keltischen Kulte und Rituale auf die Spur.

 

Der OBERSALZBERG - Hitlers heimliches Hauptquartier, 16. Juni 2006,
Wdh. 12.01.2007


In die Geschichte ging er ein als "Berg des Führers", hier plante Adolf Hitler den Holocaust und versammelte seine engsten Vertrauten um sich: Der Obersalzberg bei Berchtesgaden. Die anrückenden Alliierten fürchteten den heftigen Widerstand der „Alpenfestung“, doch mit dem Dritten Reich versank im Frühling des Jahres 1945 auch der heimliche Regierungssitz der NS-Prominenz im Bombenhagel der Siegermächte. Als Hitler hier in den dreißiger Jahren seinen "Berghof" errichtet und den nahbaren Privatmann spielt, strömen die Nazi-Wallfahrer in Scharen, um einen Blick auf den Führer zu erhaschen. Kurzerhand wird der Obersalzberg hermetisch abgeriegelt, zum „Führersperrbezirk“ erklärt und die alteingesessene Bevölkerung brutal von den neuen Machthabern vertrieben.
Heute ist der Obersalzberg im Berchtesgadener Land ein traumhaft schöner Flecken an der deutsch-österreichischen Grenze, besucht von Touristen aus der ganzen Welt.

Der Journalist Ulrich Chaussy ist der wechselvollen Geschichte des Obersalzbergs in Jahrzehnte langen Recherchen nachgegangen. Mit ihm macht sich PLANET WISSEN dem Mythos Obersalzberg auf die Spur, dokumentiert das Leben am Obersalzberg vor der Übernahme der Nazis und durchleuchtet das schwierige Erbe, das der historisch belastete Ort den Deutschen hinterlassen hat.

 

BENEDIKT XVI. - Ein Papst aus Deutschland, 8. Juni 2006

Wir sind Papst. Eine Schlagzeile, die am 19. April 2005 um die Welt ging – nach 482 Jahren ist erstmals wieder ein Deutscher auf dem Papstthron: Benedikt XVI., mit bürgerlichem Namen Joseph Alois Ratzinger. Als Chefdenker der römischen Kurie und konservativer Glaubenswächter hat sich der brillante Theologe weit vor der Ernennung zum Papst auf internationalem Parkett einen Namen gemacht. Doch wer ist dieser Bayer, der es bis an die einsame Spitze der katholischen Kirche geschafft hat? Wie knüpft Benedikt XVI. an die Marschrichtung seines charismatischen Vorgängers Johannes Paul II. an? Steht Ratzinger für einen weltoffenen Dialog oder führt er die katholische Kirche zurück in das Schneckenhaus einer kleinen, konservativen und rückwärtsgewandten Minderheit?

Ein Jahr mit dem Bayer auf dem Papstthron – PLANET WISSEN zieht Bilanz und diskutiert mit dem scharfsinnigen und langjährigen Vatikan-Beobachter Hanspeter Oschwald Rolle und Bedeutung des bayerischen Papstes für die Kirche, die Deutschen und die Welt.

 

POLITISCHE SKANDALE - Meineid, Ehrenwort und Schwarzgeld, 29. Mai 2006

"Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort“ – mit diesen Worten beteuerte der CDU-Politiker Uwe Barschel im September 1987 seine Unschuld, als seine Schmutzkampagne gegen die SPD des Landes Schleswig-Holstein ans Tageslicht kam. “I did not have sexual relations with that woman, Miss Lewinsky” erklärte der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, als seine Affäre mit einer ehemaligen Praktikantin des Weißen Hauses offenkundig wurde. Politiker die lügen, betrügen und gegen das Gesetz verstoßen sind ein Hingucker. Politische Skandale bewegen die Menschen, erhitzen die Gemüter, beschäftigen die Medien gleichermaßen wie den kleinen Mann auf der Straße. Politische Affären dienen als moderner Pranger. Neugierig und mit moralischer Missbilligung zeigen wir mit dem Zeigefinger auf den Sünder, der von seinem hohen Ross stürzt, weil seine Vergehen ans Licht gekommen sind. Aber politische Skandale haben auch eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Denn nur wo Freiheit, wo Demokratie herrscht, können Skandale überhaupt an die Öffentlichkeit dringen. Politische Skandale sind der Beleg dafür, dass undemokratisches Verhalten gemeinhin als Unrecht angesehen und geahndet wird.

Zu Gast bei PLANET WISSEN ist der Journalist und Buchautor Thomas Ramge, der sich eingehend mit den politischen Affären unserer Zeit und ihrer Funktion für die Gesellschaft befasst hat.

 

GESCHICHTE DER SKLAVEREI - Die Ware Mensch, 4. Mai 2006,
Wdh. 07. August 2006


Von der Antike bis zur Gegenwart haben Menschen in unfreien Lebens- und Arbeitsverhältnissen gelebt. Kriege, Schulden, Bestrafung, Diskriminierung und verbrecherische Gewinnsucht sind die Haupttriebfedern dafür, dass Menschen andere Menschen wie eine Ware in Besitz nehmen und sie versklaven. Sämtliche antike Hochkulturen kannten die Sklaverei. Einen neuen Höhepunkt erreicht die Sklaverei im Zeitalter der Entdeckungen und kolonialen Eroberungen in der Neuen Welt im 15. Jahrhundert. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden Menschen aus Afrika verschleppt und auf den weiten Plantagen in Amerika versklavt.
Heute ist die Sklaverei weltweit geächtet und auf dem Papier längst abgeschafft. Doch Schätzungen zufolge leben heute mindestens 27 Millionen Menschen in sklaverei-ähnlichen Verhältnissen. Die moderne Sklaverei trägt so grausame Etiketten wie Kinderarbeit und Zwangsprostitution. Aber auch die klassischen Formen der Leibeigenschaft und wirtschaftlichen Ausbeutung existieren immer noch.

Gemeinsam mit Claudia Berker, Pressereferentin beim Kinderhilfswerk “terre des hommes“ und dem Kölner Professor für lateinamerikanische Geschichte und Sklaverei-Experten Michael Zeuske dokumentiert PLANET WISSEN den leidvollen Weg der Sklaven im Lauf der Geschichte und geht den modernen Erscheinungsformen der Sklaverei auf den Grund.

 

GESCHICHTE DER ARZNEIEN - Von Pillen, Pasten, Pülverchen, 13. April 2006

„Dagegen ist ein Kraut gewachsen“ – eine Weisheit, die seit Menschengedenken ihre Gültigkeit hat. Um sein kostbarstes Gut, die Gesundheit zu hüten, hat der Mensch im Laufe der Geschichte gelernt, die Wirkung von tierischen, pflanzlichen und mineralischen Inhaltsstoffe zu beobachten, zu erforschen und gezielt gegen Krankheit, Leiden und Zipperlein einzusetzen. Vor etwa 750 Jahren begannen sich die Arzneimittelhersteller von den Ärzten zu unterscheiden, als der Stauferkaiser Friedrich II. 1241 im „Edikt von Salerno“ die beide heilkundlichen Berufe von einander unterschied. Die Werkstatt des Apothekers, das „Offizin“, ausgestattet mit großem Arbeitstisch, Waagen, Mörsern, Pillenmaschinen und unzähligen Standgefäßen wurde bald Forschungslabor und Verkaufsraum für Arzneien und Heilmittel jeglicher Art. Ende des 19. Jahrhunderts beginnt die Ära der Pharmaunternehmen, die in großem Stil Forschungen betreiben, Studien erstellen und Medikamente auf den Markt bringen.

Gemeinsam mit dem Apotheker und Pharmaziehistoriker Dr. Axel Helmstädter unternimmt PLANET WISSEN eine Zeitreise durch die Kulturgeschichte der Arzneimittel, dokumentiert die großen Entdeckungen berühmter Medikamente und Heilmittel und diskutiert Risiken und Schattenseiten der pharmazeutischen Erzeugnisse.

 

BÄRLAUCH, KNOBLAUCH & CO. - Knollen, die es in sich haben, 30. März 2006,
Wdh. 18. August 2006; Wdh. 15.02.2007


Zwiebeln, Knoblauch und Bärlauch gehören zu den wichtigsten und ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Jede dieser drei Pflanzen ist ein nahrhaftes Gemüse und zugleich eine wahre Naturapotheke. Die Zwiebel ist aus der internationalen Küche nicht mehr wegzudenken. Doch schon in der Antike war die Zwiebel nicht nur ein beliebtes Gemüse, sondern auch eine überaus nützliche Heilpflanze, die gegen Ohren- und Augenleiden, bei grippalen Infekten und Entzündungen zum Einsatz kam. Ihr scharfer Anverwandter, der Knoblauch, ist eine hocharomatische Knolle, die es in sich hat. Die einen lieben ihn als wohltuende, würzige Beilage, die anderen verabscheuen sein scharfes Bukett. Doch der charakteristische Knoblauchgeruch hält nicht nur Vampire, sondern auch jede Menge Schädlinge und Bakterien von uns fern. Bärlauch – der Knoblauch ohne Hauch - war bei uns einst ein weit verbreitetes Gemüse. Viele Jahre war das aromareiche Grün dann von unseren Speisekarten verschwunden, doch die Bärlauch-Renaissance hat längst begonnen.

Gemeinsam mit dem Sportmediziner und Heilpflanzenkenner Dr. Jörg Zittlau unternimmt PLANET WISSEN einen Streifzug durch die Naturapotheke vor unserer Haustür, verrät Tipps und Tricks zur heilkundlichen Verwendung und probiert aromatische Rezepte aus.

 

DIE POST - Von Boten, Kutschen und Briefmarken, 16. März 2006

Vor gut 500 Jahren beauftragte der habsburgische Kaiser Maximilian die Familie Turn und Taxis, das Deutsche Reich mit einem Straßen- und Botensystem auszustatten, um schnell und sicher Botschaften austauschen zu können. Es war die Geburtstunde der Post. Das Postwesen überbrückte Entfernungen, garantierte die sichere Überbringung von Worten und Waren an den Adressaten. Briefe, Päckchen und Pakete gingen um die Welt, auf Rädern, auf Schienen, zu Wasser und in der Luft – oder zu Fuß. Es war die Post, die den Grundstein zur Globalisierung legte, das Telefon einführte und Kommunikation selbst über größte Entfernungen ermöglichte.
Aus der deutschen Post ist heute längst ein weltumspannender Logistikkonzern geworden, mit 72 Millionen Briefsendungen täglich, 500.000 Mitarbeitern rund um die Welt und einem Jahresumsatz von 52 Milliarden Euro.

Gemeinsam mit dem Direktor des Museums für Kommunikation in Berlin Prof. Joachim Kallinich unternimmt PLANET WISSEN eine Zeitreise zu den Anfängen der Post, dokumentiert die bahnbrechenden Veränderungen unseres Lebens durch das Postwesen und ergründet Zukunft und Bedeutung der Post im digitalen Zeitalter.

 

MAO ZEDONG - Von der Utopie zur Schreckensherrschaft, 8. Februar 2006

Er wollte in die Geschichte eingehen als der „Große Steuermann“, der China in ein neues, ein besseres Zeitalter führte: Mao Zedong. Doch der „Große Vorsitzende“ der Kommunistischen Partei Chinas steht in einer Reihe mit den großen Diktatoren des 20. Jahrhunderts, Hitler und Stalin. Mao brachte Millionen Chinesen den Tod und unsägliches Leid über das Reich der Mitte. Der „Große Sprung nach vorne“ – eine unerbittliche Industrialisierungskampagne, die in der größten Hungersnot der Menschheit endete. Die „Proletarische Kulturrevolution“ – von Mao verordneter Terror, der China ein Jahrzehnt lang ins Chaos stürzte und Millionen Chinesen zu Opfern und Tätern machte. Doch bis heute wird Mao in China als Heilsbringer verehrt und verklärt.

Gemeinsam mit dem Sinologen und Kenner der chinesischen Geschichte Prof. Dr. Siegfried Klaschka zeichnet PLANET WISSEN ein Porträt des „Großen Vorsitzenden“ und fragt nach den Ursachen des chinesischen Terrors unter Mao.

 

GEWÜRZE - Exotisches für den Gaumen, 22. Dezember 2005, Wdh. 18. Dezember 2006

Sie kitzeln den Gaumen, verführen die Sinne - exotische Gewürze verleihen dem Essen den letzten Pfiff. Gewürze waren seit jeher etwas Besonderes. In asiatischen Ländern verwendet man sie zwar schon seit Jahrtausenden, nach Europa kamen sie jedoch erst im Mittelalter. Mit der Entdeckung der Gewürzrouten verloren die Araber das Gewürzmonopol. Holländer, Engländer und Portugiesen stritten fortan um die begehrte Luxusware, regelrechte Gewürzkriege brachen aus. Pfeffer, Safran und Co. wurden bei uns mit Gold aufgewogen. Sie verfeinerten nicht nur die Speisen, man sprach den exotischen Gewürzen sogar Heilwirkungen zu. Planet Wissen berichtet über die Geschichte der exotischen Gewürze, wie man sie in der Küche verwendet und am besten aufbewahrt.

Zu Gast bei Planet Wissen: Vincent Klink, Sternekoch aus Stuttgart.

 

LICHT - Kienspan, Kerze, Leuchtdiode, 19. Dezember 2005

Licht, ob natürlich oder künstlich, ist lebenswichtig. Und das "Lichtmachen" ist eine der entscheidenden Kulturleistungen des Menschen. Dabei war der Besitz von Licht fast 500.000 Jahre lang eine entweder zufällige oder eine sehr mühsame Angelegenheit. Erst seit ca. 2000 Jahren hat sich die Menschheit ausführlicher mit der Schaffung von künstlichem Licht auseinandergesetzt, und erst vor 150 Jahren haben wirkliche Innovationsschübe in der Lichtgewinnung die Nacht zum Tage gemacht.

Bei Planet Wissen erzählt der Historiker und wissenschaftliche Leiter des Lichtmuseums Arnsberg, Peter Kleine, unter anderem, wie unsere Urahnen Licht gemacht haben, wer tatsächlich der Erfinder der Glühbirne war und wohin die neuesten Entwicklungen der Lichtindustrie führen werden.

 

MARTIN LUTHER - Ein Mönch gegen Papst und Kaiser, Wdh. 21. Juni 2006

Im Jahr 1517 erhebt in der kleinen, unbedeutenden Stadt Wittenberg im Nordosten Deutschlands ein Mann seine Stimme gegen die Kirche. Sein Name: Martin Luther. Sein Beruf: Mönch. Seine Berufung: Reformator. Er fordert die Herrscher Europas, heraus, den Kaiser und den Papst. Luthers Anspruch: die christliche Kirche muss zu den Wurzeln Christi, zum Evangelium zurückkehren. Luther wird in die Geschichtsbücher eingehen, mit ihm beginnt das Zeitalter der Reformation. Die Einen sehen in ihm den Befreier der Christen aus den Klauen einer verderbten und machtversessenen Kirche, einen Erneuerer, der zurück zur ursprünglichen Botschaft Christi führte. Die Anderen werten ihn als Zerstörer, als Spalter der Christenheit und als Verursacher des Dreißigjährigen Krieges, der schlimmsten Kriegshandlungen auf europäischem Boden vor den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts.

Gemeinsam mit dem Kirchenhistoriker und Luther-Forscher Prof. Dr. Gottfried Seebaß unternimmt PLANET WISSEN eine Zeitreise in die Epoche der Reformation und ergründet die Bedeutung und Wirkung des Reformators Luther auf seine Zeit.

 

COMPUTERGESCHICHTEN - Eine Technik verändert die Welt, 28. November 2005, Wdh. 22. August 2006

"Ich glaube, dass es auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben wird." Thomas J. Watson, Begründer der Firma IBM soll diesen Ausspruch im Jahr 1943 getätigt haben. Computer, das sind Rechenmaschinen, die zur Datenverarbeitung programmiert werden können. Zwei Jahre zuvor, 1941, hatte der Deutsche Konrad Zuse die Z3, einen frei programmierbare Rechner, den ersten Computer gebaut. Seitdem ist gut ein halbes Jahrhundert vergangen, und längst sind Computer zum Motor der industrialisierten Welt geworden. Kein Flugzeug, kein Schiff, kein Luxusauto, dass ohne Computer gebaut oder auch nur fahren könnte. Militär, Medizin, Baugewerbe, Industrie und Wirtschaft – kein Geschäftszweig, der heute noch ohne Computer vorstellbar wäre. Minicomputer finden sich in unseren Waschmaschinen, Mobiltelefonen, Fotoapparaten und DVD-Spielern. Als Tamagotchi und Spielekonsole schwingst sich der Computer zum Weggefährten der Heranwachsenden auf. Inzwischen haben 80% der Haushalte in Deutschland einen Computer auf dem Schreibtisch. Internet und Email schrumpfen die Welt zum globalen Dorf, Computer ermöglichen Vernetzung, aber auch grenzenlose Reizüberflutung. Die Erfindung des Computers hat der Menschheit eine neue Epoche beschert: Das Zeitalter der Informationsgesellschaft.

Gemeinsam mit dem Technik- und Computerhistoriker Michael Mikolajczak nimmt PLANET WISSEN die bahnbrechende Erfindung der Rechenmaschine ins Visier, testet die Vorläufer des Computers und ergründet die ganz alltäglichen Veränderungen, die das Computerzeitalter für den Menschen bewirkt hat.

 

DIE KUNST DES SCHREIBENS – Von Lettern und Minuskeln, 8. November 2005

Der Mensch begann vor etlichen Tausend Jahren mit ersten schriftlichen Aufzeichnungen, als das Gedächtnis der Entscheidungsträger nicht länger ausreichte, um den Lauf der Dinge zu regeln und zu kontrollieren. Denn Schrift ist ein System, um Gedanken und Erinnerungen auch in der Zukunft verfügbar machen und abrufen zu können. Die Wissenschaftler sind sich inzwischen grundlegend einig darüber, dass die Schrift aus der Buchführung heraus entstanden ist. Doch niemand weiß genau, wann und unter welchen Umständen Menschen die Schrift erfanden. Auch eine Urschrift hat es wohl nie gegeben, Schrifttypen sind parallel von verschiedenen Kulturen in unterschiedlichen Zeiträumen erfunden und entwickelt worden.

Gemeinsam mit der Kalligraphin und Schriftkünstlerin Roma Fromme-Monsees nimmt PLANET WISSEN die Erfindung der Schrift genauer unter die Lupe, testet Schreibwerkzeuge und Beschreibstoffe und ergründet die Geheimnisse und Bedeutungen der Piktogramme, Hieroglyphen, und Alphabetschriften.

 

EPILESPSIE - Gewitter im Kopf, 28. September 2005

Die Menschen nannten sie früher Fallsucht oder „morbus sacer“, die heilige Krankheit: die Epilepsie. Die Dramatik des epileptischen Anfalls berührte die Menschen in vergangenen Zeiten so sehr, dass sie glaubten, solch eine Erkrankung könne nur von übernatürlichen Mächten herrühren, von Göttern oder Dämonen, die sich eines Menschen bemächtigten. Dabei ist die lateinische Bezeichnung „sacer“ sehr treffend. Sacer bedeutet ‚heilig’, aber auch ‚Fluch’. Doch welche medizinische Ursache liegt der Epilepsie-Erkrankung wirklich zugrunde? Was geschieht im Gehirn eines Menschen, der einen epileptischen Anfall erleidet? Gibt es unterschiedliche Erscheinungsformen der Epilepsie und wie gehen Menschen mit ihrer Epilepsieerkrankung im Alltag um?

Gemeinsam mit dem Epileptologen und ehemaligen ärztlichen Direktor des Epilepsiezentrums in Kork, Dr. Hansjörg Schneble geht PLANET WISSEN der geheimnisvollen Erkrankung Epilepsie auf den Grund, erklärt warum es zum Gewitter im Kopf kommt und beleuchtet, mit welchen Therapieansätzen die moderne Medizin der Erkrankung heute begegnet.

 

Haupt-Sache HAARE, 29. September 2005

Haare sind ein Spiegel unserer Seele und auch unserer Gesundheit. Haare sind Ausdruck unserer Persönlichkeit und Symbol für Jugend und Attraktivität. Es gab Zeiten, da waren Haar- und Barttracht sogar Kennzeichen politischer Gesinnung - man denke nur an Bob Marley oder Karl Marx. Seit Urzeiten beschäftigen sich Menschen mit ihren Haaren. Kein Pflegeprodukt ist zu teuer und manche verbringen jeden Tag Stunden damit, sie in Form zu bringen. Umso schlimmer, wenn dann Haarausfall droht. Planet Wissen zeigt, wie Haare zur persönlichen Visitenkarte werden, wie sie unsere Kultur bestimmt haben und was man unternehmen kann, wenn sie nicht mehr sprießen.

Zu Gast im Planet Wissen - Studio: Gerhard Meir, als Starfriseur versucht er vielen Prominenten den letzten Schliff zu geben. Gerhard Meir wird über der großen Kunst des pfiffigen Haarschnitt reden, den Zuschauern zeigen, worauf es bei der Wahl des passenden Haarschnitts ankommt und auch Pflegetipps geben.

Prof. Hans Wolff, Dermatologe an der Uniklinik München, hat sich ganz auf Haarkrankheiten spezialisiert. In einer speziellen ‚Haarsprechstunde’ berät er ‚Haar-Leidende’ mit welchen Mitteln und Methoden sie ihren Haaren Gutes tun können. Hans Wolff wird außerdem über die Wirksamkeit von Haarwuchs-Medikamenten berichten.

 

SCHILLER - vom Sockel geholt, 19. September 2005

„Auf den Brettern, die die Welt bedeuten“ hat er Furore gemacht, und er ging als Deutschlands berühmtester Dramatiker in die Geschichte ein. Vor 200 Jahren starb er im Alter von nur 46 Jahren, als Dichter aber bereits gerühmt und gefeiert: Friedrich Schiller. Für die einen angestaubter Poet, für die anderen niemals alternder, deutscher Freiheitsdichter werden Schillers Stücke auch heute noch in den Theatern der Welt aufgeführt. Doch wer ist der Mensch Schiller, der hinter dem Autor der Räuber, des Wallenstein und Wilhelm Tell zum Vorschein kommt? Was für ein Leben führte der freischaffende Künstler, dessen notorische Schuldenanhäufung und Spielleidenschaft ebenso legendär wurden wie seine Freundschaft zu dem kongenialen Goethe?

Mit dem Germanisten und Schiller-Forscher Martin Schalhorn holt PLANET WISSEN den Menschen Schiller hinter der Maske des Schriftstellers hervor und lässt mit der jungen, Schiller-erprobten Schauspielerin Annabelle Leip das Werk des großen Dichters für uns lebendig werden.

 

WATTENMEER – Leben zwischen Ebbe und Flut, 15. September 2005,
Wdh. 31. Juli 2006, Wdh. 13.03.2008, Wdh. 16.02.2009


Das Wattenmeer an der Nordsee ist weltweit das bedeutendste seiner Art und bietet als Niemandsland zwischen Küste und Meer einen einzigartigen Lebensraum für hervorragend angepasste Pflanzen und Tiere. Durch den Fluss der Gezeiten bestimmt, ist das Watt ein periodisch trockenfallendes Gebiet, das täglich zweimal von den Meeresfluten geräumt und wieder vereinnahmt wird. Dieser Pulsschlag des Meeres, der stetige Wechsel von Ebbe und Flut bestimmt das Leben der dort lebenden Pflanzen, Tiere und der an der Küste und auf den Inseln siedelnden Menschen.

Gemeinsam mit dem Biologen und profunden Wattspezialisten Rainer Borcherding dokumentiert PLANET WISSEN die Einzigartigkeit des Ökosystems Wattenmeer und stellt die Schönheit dieser Meereslandschaft, aber auch den täglichen Überlebenskampf seiner Bewohner vor.

 

SCHLUCHTEN - Leben im Abgrund, 22. Juni 2005

Schluchten gehören zu den einzigartigen Naturerscheinungen, die das Antlitz der Erde prägen. Von jeher ist der Mensch den gigantischen Einkerbungen der Urzeit mit Faszination begegnet. Zu Fuß, auf dem Wasser, mit dem Fahrrad oder Kletterseil – Schluchten sind ein idealer Ort der unmittelbaren Begegnung mit der Natur in ihrer ganzen Ursprünglichkeit. Der Grand Canyon in Nordamerika, die Gorges du Verdon in Südfrankreich oder die Wutachschlucht in Baden Württemberg hinterlassen bei ihren Besuchern ein Gefühl der Grenzerfahrung mit der Erhabenheit der schöpferischen Natur. Denn Schluchten sind nicht nur eine besondere Landschaftsform, sie bieten als Biotope der Tier und Pflanzenwelt einen einzigartigen Lebensraum.

Gemeinsam mit dem Geomorphologen Prof. Dr. Rüdiger Glaser unternimmt PLANET WISSEN eine Reise in die entlegenen Schluchten der Erde,, dokumentiert die Entstehungsgeschichte der verschiedenen Talformen und hinterfragt das Kräfteverhältnis zwischen Nutzbarmachung und Erhaltung des empfindlichen Ökosystems Schlucht in der heutigen Zeit.

 

TROJA - Stadt der Helden und Mythen, 24. Mai 2005, Wdh. 30. August 2005

Eine griechische Armada segelt in den Osten. Ihr Ziel: Die nach Troja entführte Helena, die schönste Frau der Welt zurück nach Griechenland zu holen. Es ist der Anfang der Geschichte aller Geschichten, des berühmtesten und älteste Epos der Weltliteratur: die Illias von Homer. Homers Werke berichten vom Kampf um Troja, der Belagerung und dem Untergang der legendären Stadt in Kleinasien. Fasziniert von Homers Erzählungen, brach im 19. Jahrhundert der reich gewordene Kaufmann Heinrich Schliemann auf, um Troja zu entdecken. Mit Schätzen reich beladen, kehrte er in seine Heimat zurück. Schliemann schrieb Geschichte, er begründete die Wissenschaft der Archäologie. Seit einem Vierteljahrhundert sind es wieder Deutsche, die die Stadt Troja ausgraben. Das Team um den Tübinger Archäologen Manfred Korfmann ist der legendären Stadt, die Homer so eindrucksvoll beschrieb, auf der Spur.

Gemeinsam mit dem Wissenschaftsjournalisten und Troja-Experten Wolfgang Korn stellt PLANET WISSEN Helden und Götter der Troja-Sage vor und geht Mythos und Geschichte der Stadt Troja auf den Grund.

 

KRIEGSENDE - Flucht und Vertreibung, 9. Mai 2005, Wdh. 12. Februar 2009

Als im Januar 1945 die Rote Armee auf breiter Front die deutschen Grenzen überrollt, beginnt im Herzen Europas eine Völkerwanderung ungekannten Ausmaßes. Hatten die deutschen Besatzer anfangs Millionen Osteuropäer aus ihren Heimatländern vertrieben oder als Zwangsarbeiter ins Deutsche Reich versklavt, rollen jetzt die Trecks der besiegten Deutschen auf der Flucht vor der gefürchteten Roten Armee. Mindestens zwölf Millionen Deutsche verlassen ihre Heimat, werden deportiert oder in die Flucht geschlagen. In unzähligen Trecks drängen Flüchtlingsströme aus den ehemaligen deutschen Gebieten Pommern, Ostpreußen und Schlesien in den Westen. Schlecht ausgerüstet, ohne ausreichende Lebensmittel und den hereinbrechenden militärischen Kräften schutzlos ausgeliefert, begeben sich die Deutschen auf einen unvorstellbaren Leidenszug quer durch das zerstörte Land. Hunderttausende von Ihnen verlieren unterwegs durch Hunger, Kälte, Entbehrung und Gewalt ihr Leben.

Gemeinsam mit dem Historiker und ehemaligem Flüchtlingskind Prof. Dr. Lothar Burchardt dokumentiert PLANET WISSEN den Terror der großen Flucht, fragt nach den Ursachen von Flucht und Vertreibung am Ende des Zweiten Weltkriegs und erörtert die Integrationsleistung der sich neu formenden Bundesrepublik Deutschland.

 

VATIKAN - Staat der Priester, 15. April 2005

Er ist der kleinste Staat der Welt. Nur Männer regieren ihn. Seine Bürger zahlen keine Steuern. Mitten in Rom gelegen ist dieser Staat für rund eine Milliarde Katholiken das Zentrum des Glaubens: der Vatikan.
Obwohl der Zwergstaat nur 44 Hektar groß ist, übt er durch sein Oberhaupt, den Papst großen politischen Einfluss in der Welt. Im Jahr 1929 wurde der Vatikanstaat auf dem römischen Monte Vaticano eigenständiges Staatsgebiet. Der Vatikan besitzt eine eigene Staatsbürgerschaft, eine eigene Bank, er prägt Münzen und gibt Briefmarken heraus und seine Autos haben vatikanische Nummernschilder. Zentrum des Kirchenstaates ist der legendäre Petersdom, Hauptkirche des Papstes und mit 211 Metern Länge und 132 Meter Höhe eines der gewaltigsten Gotteshäuser der Welt. In den sieben Kilometer langen Fluren der berühmten vatikanischen Museen haben die größten Künstler der Renaissance ihre Spuren hinterlassen.

Gemeinsam mit dem langjährigen Romkorrespondenten und Papstkenner Erich B. Kusch wirft PLANET WISSEN einen Blick hinter die Mauern des Vatikans, dokumentiert Glanz und Elend der Geschichte des Priesterstaats und beleuchtet seine Ursprünge.

 

PASTA - Glücklich mit Spaghetti und Spätzle, 13. April 2005,
Wdh. 20. Dezember 2005


Die Kleinen stürzen sich drauf und die Großen schwören auf sie, wir verspeisen sie mit Tomatensoße, alla bolognese, carbonara oder einfach ohne Soße mit Knoblauch und Öl - aglio e olio - Nudeln.
Hauptnahrungsmittel der Italiener, haben sich die Nudeln seit Jahrzehnten einen festen Platz in den Herzen der Deutschen erobert und das nicht nur in Form von Spätzle oder Knöpfle. Als Spaghetti, Tagliatelle oder Rigatoni, in gefüllter Form als Tortelini, Ravioli oder als Lasagne – Pasta gibt es in allen Formen und Farben, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Aber ist die Nudel eigentlich eine Erfindung der Italiener oder hat Marco Polo sie aus China mitgebracht? Gehört in einen guten Nudelteig Ei? Und machen Nudeln eigentlich dick oder nicht?

PLANET WISSEN geht der Beschaffenheit der beliebten Teigwaren genauer auf den Grund, erzählt die Geschichte des Siegeszuges der Nudeln in den deutschen Küchen und zeigt zusammen mit Star-TV-Koch Vincent Klink wie Nudeln am besten schmecken: nämlich selbst gemacht.

 

DIE HANSE - Von Koggen und Kaufleuten, 4. April 2005, Wdh. 22. August 2004

Sie war die gewaltigste Lobby der frühen Neuzeit, während ihrer Blütezeit gehörten ihr über 200 deutsche Städte an, vier Jahrhunderte lang beherrschte sie den Handel im Nordosten Europas: die Hanse.
Auf der Suche nach immer größeren Absatzmärkten gründeten deutsche Kaufleute in der Mitte des 12. Jahrhunderts ein Bündnis, um ihre wirtschaftlichen Interessen besser vertreten zu können. Gemeinsam war man stark, gemeinsam finanzierte man Koggen, die mit kostbaren Frachten in See stachen, gemeinsam wurden in fremden Ländern Handelskontore, die ersten Botschaften Europas gegründet. Der Zusammenschluss der Kaufleute legte den Grundstein zum Städtebund der Hanse. Unter dem Vorsitz der freien Hansestadt Lübeck schlossen sich im deutschen Reich führende Städte von Köln bis Riga, von Kiel bis Krakau zum Bund der Hanse zusammen, um ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen gegenüber Fürsten, Königen und Kaiser durchzusetzen.

Gemeinsam mit dem Journalisten Hartmut Schwerdtfeger und dem Historiker Dr. Albrecht Sauer macht sich PLANET WISSEN dem Bund der Kaufleute und Städte auf die Spur, dokumentiert Warenaustausch und Handelsbeziehungen der frühen Neuzeit im Nordosten Europas und durchleuchtet Aufstieg und Niedergang des einst so mächtigen Wirtschaftsbündnisses.

 

KÖNIGSHÄUSER - Gekrönten Häuptern auf der Spur, 16. März 2005

König von Gottes Gnaden – so wurden Jahrhunderte lang Herrscher genannt, die über ganze Kulturen, Völker und Nationen regierten und nur Gott gegenüber Rechenschaft ablegen mussten. Heute ist die Monarchie von der Alleinherrschaft weit entfernt, und doch gibt es sie noch. Die Royals von England und Spanien, den Niederlanden und Belgien, von Schweden, Dänemark und Norwegen regieren ihre Länder nicht mehr, aber sie repräsentieren sie. Bei ihrer Arbeit, ihrem öffentlichen - und ihrem Privatleben sind sie dabei nur selten unbeobachtet. Denn die gekrönten Häupter haben trotz aller Skandale und Affären einen festen Platz in den Herzen ihrer Mitbürger.

Gemeinsam mit dem Adelsreporter Jürgen Worlitz macht sich PLANET WISSEN dem königlichen Hochadel auf die Spur, dokumentiert das Wesen der Monarchie in Europa und ergründet Rolle und Bedeutung der Königshäuser in der heutigen Zeit.

 

WUNDERWERK UHR - Die Geschichte der Zeitmessung, 14. Februar 2005,
Wdh. 4. Juli 2005, 3. August 2006


Sie zieren Kirchtürme, Rathäuser, Kaminsimse und unser Handgelenk: Uhren. Es gibt sie bereits für ein paar Euro in jedem Kaufhaus, Uhren können aber auch unbezahlbare Kunstwerke sein. Mit ihnen messen wir etwas, was uns tagtäglich betrifft und uns nur selten bewusst ist: Zeit. Obwohl wir nicht genau sagen können, was Zeit eigentlich ist, spüren die meisten von uns Zeit erst dann, wenn wir zu wenig davon haben. Time ist Money - Zeit ist Geld, nach dieser Devise leben wir längst in einer vertakteten Welt, wo die Zeit das Aufstehen bestimmt und den Zugfahrplan, die Stechuhr und die Tagesschau. Die Zeit teilt unser Leben ein in Arbeits-Zeit, Frei-Zeit und Urlaubs-Zeit.
Uhren sind die unbestechlichen Messinstrumente dieser vierten Dimension Zeit, sie machen die Zeit spürbar, geben ihr ein Gesicht. Doch Uhren messen nicht nur die Zeit, sie gehen auch mit der Zeit, denn jede Kultur und Epoche hat ihre eigenen Uhren herausgebracht, von der Sonnuhr der Antike zu den Pendeluhren und Taschenuhren, bis hin zum Wecker am Arm, der Armbanduhr.

Gemeinsam mit dem Uhrmacher Ihno Flessner macht sich PLANET WISSEN der Zeitmessung auf die Spur, dokumentiert die enormen technischen Fortschritte bei der Entwicklung der Uhr und durchleuchtet die Bedeutung der Zeit für unsere Lebenswirklichkeit.

 

DER ERSTE WELTKRIEG - Die Hölle von Verdun, 28. Januar 2005

Im Februar 1916 greift der Chef der Obersten Heeresleitung General Erich von Falkenhayn den Festungsgürtel von Verdun in Lothringen mit 550.000 Soldaten und 1225 Geschützen an, Beginn einer der grauenvollsten und zugleich sinnlosesten Schlachten der Weltgeschichte. Deutschland und Frankreich lassen ungeheure Massen an Menschen und Material aufeinanderprallen. Ziel war es, den Gegner nicht zu schlagen, sondern ihn aufzureiben, ausbluten zu lassen. Trommelfeuer, Maschinengewehr, Gasgranaten – Verdun wurde zum verlustreichsten Kriegsschauplatz des ersten Weltkriegs, 700.000 Menschenleben starben an den Ufern der Maas. Auch heute, 90 Jahre später ist die Landschaft bei Verdun von den Zerstörungen des Stellungskrieges gezeichnet, ein beklemmendes Mahnmal gegen den Krieg.

Gemeinsam mit dem Historiker und Verdun-Kenner Prof. Dr. Lothar Burchardt fragt PLANET WISSEN nach den Ursprüngen des Ersten Weltkriegs, dokumentiert das Ausmaß der Materialschlachten und Stellungskriege an der Westfront und durchleuchtet den Frontalltag des einfachen Soldaten im Schützengraben.

 

KLOSTERMEDIZIN - Heilkunst von Nonnen und Mönchen, 21. Januar 2005

Sie schufen die Grundlagen der modernen Medizin, Jahrhunderte lang waren sie die Einzigen, die die medizinische Versorgung des Menschen gewährleisteten: die Mönche. Die Ordensleute studierten das Wissen der antiken Heilkunde, vertieften ihre Kenntnisse durch eigene Forschungen und unterwiesen sich gegenseitig. Ihr Heilwissen, die Klostermedizin, verbindet die Lehre von den Heilkräutern, Arzneipflanzen und der Ernährungskunde mit einer ganzheitlichen Sicht des Menschen. Der Klostermedizin verdanken wir uralte Erkenntnisse der Heilkunde, die außerhalb der Klostermauern längst verloren gingen. Das Wissen der Mönche über Heilpflanzen und deren Wirkungen ebnete schließlich den Weg von der medizinischen Grundversorgung des Mittelalters zur heutigen Schulmedizin. Grund genug für Wissenschaft und Pharmaindustrien, die Jahrhunderte alten Rezepte zu erforschen und auch für unsere Zeit nutzbar zu machen.

Gemeinsam mit dem deutschen Kräuterpapst Pater Kilian macht sich PLANET WISSEN dem uralten Heilwissen der Mönche auf die Spur, dokumentiert Ursprünge und Wesen des ganzheitlichen Medizinverständnisses und durchleuchtet die unendlich vielseitige Palette der Heilkräuter und Arzneipflanzen.

 

JESUS - Auf Spurensuche im Heiligen Land, 17. Dezember 2004

Er ist der berühmteste Mensch aller Zeiten, Ursprung der abendländischen Kultur. Der Papst beruft sich ebenso auf ihn wie der amerikanische Präsident, in seinem Namen wurden großartige soziale Veränderungen unternommen und die entsetzlichsten Verbrechen begangen. Er ist der bedeutendste Religionsstifter der Welt, 2 Milliarden Menschen gründen heute ihren Glauben auf ihn: Jesus von Nazareth. Seit 2000 Jahren richten Millionen von Christen ihre Gebete an ihn, feiern seine Geburt, gedenken seines Todes und seiner Auferstehung. Jesus Christus wird verehrt als Mensch und als Sohn Gottes. Doch hat es Jesus von Nazareth überhaupt gegeben? Und wenn ja, was wissen wir eigentlich über den jüdischen Wanderprediger und die Gemeinde der Urchristen?

Gemeinsam mit Prof. Dr. Wolfgang Beinert macht PLANET WISSEN sich dem historischen Jesus auf die Spur, fragt nach Ursprüngen und Wesen des Christentums und beleuchtet Geburt, Leben und Sterben des Nazareners, der wie kein Anderer vor oder nach ihm das Denken und Handeln der Menschen geprägt hat.

 

JUDENTUM - Von Abraham, Mose und dem einen Gott, 15. Dezember 2004

In der heiligen jüdischen Schrift, der Thora wird die Geschichte von Gott erzählt, der mit dem Nomaden Abraham einen Bund schließt. Es ist der Anfang der jüdischen Traditionsgemeinschaft, des auserwählten Volkes Israel und seinen Patriarchen Abraham, Isaak und Mose und der Gesetzesgebung Gottes an sein Volk. Es ist der Anfang der leidvollen Geschichte des jüdischen Volkes, seiner Gefangenschaft, seiner Befreiung aus Ägypten, seiner Kriege und Niederlagen. Und es ist der Anfang des Glaubens an den einen Gott: Denn Christentum und Islam entspringen der jüdischen Religion.
Jahrhunderte lang ist die Geschichte des jüdischen Volkes geprägt von Verfolgung, Ausgrenzung und Unterdrückung. Schließlich werden Millionen Juden im Holocaust ermordet. Das Erbe der jüdischen Geschichte in Deutschland ist einerseits geprägt von der gewaltsamen Auslöschung der jüdischen Tradition durch den Holocaust, andererseits aber auch durch die reiche jüdische Kultur vor dem Dritten Reich.

Wie gestaltet sich heute jüdisches Leben in Deutschland, was sind typisch jüdische Bräuche und Feste? Darf am Sabbat wirklich nicht gearbeitet werden, warum tragen Männer die Kippa und was ist eigentlich koscheres Essen? Gemeinsam mit der jüdischen Religionswissenschaftlerin Ruth Lapide macht sich PLANET WISSEN der Tradition des Judentums auf die Spur, dokumentiert seine wechselvolle Geschichte und beleuchtet Ursprünge und Wesen der Religion und die gegenwärtige Renaissance jüdischer Kultur in Deutschland.

 

ISLAM - Von Mohammeds Glaube zur Weltreligion, 13. Dezember 2004,
Wdh. 23.10.2006


Kopftuchdiskussion, islamischer Schulunterricht und Terror durch fundamentalistische Muslime sind zentrale Themen, die tagtäglich durch die Medien wandern. Längst sind Islam und Muslime in Deutschland eine Realität, die die Menschen hierzulande beschäftigt. Der Islam – arabisch „Hingabe an Gott“ – ist die zweitgrößte Religion der Welt, weit über eine Milliarde Menschen gehören ihr an. Welcher Glaube und welche Rituale liegen dem Islam zugrunde, was unterscheidet den Islam vom Christentum, gibt es gemeinsame Wurzeln? Auch die Frage nach einem „Kampf der Kulturen“ zwischen islamischer und westlicher Welt, die sich nach den Terroranschlägen von New York und Madrid nicht länger beiseite schieben lässt, gehört zu den drängenden Fragen, die die Weltreligion Islam betrifft.

Gemeinsam mit dem vielgereisten Nahostexperten und Islam-Kenner Dr. Michael Lüders macht sich PLANET WISSEN der Weltreligion Islam auf die Spur, dokumentiert Ursprünge und Wesen der Religion damals und heute und durchleuchtet die Bedeutung des Korans, der heiligen Schrift für die arabisch-islamische Welt.

 

GESCHICHTE DER PAPSTTUMS, 3. Dezember 2004

Er ist der Pontifex Maximus, der oberste Brückenbauer der Christenheit, er nennt sich Nachfolger Petri und Stellvertreter Christi auf Erden. Er ist geistliches und staatliches Oberhaupt des kleinsten unabhängigen Staates der Welt: Der Papst. Schon seit über 25 Jahren regiert der Charismatiker Papst Johannes Paul II. den Staat der Vatikan-Stadt, gebietet über 900 Einwohner im Vatikan und 1 Milliarde katholische Christen weltweit. Wer ist dieser Mann, der vor einem Vierteljahrhundert den päpstlichen Thron bestieg, die kommunistische Welt zum Einsturz brachte und beharrlich jede Reform der Kirche auch nur ansatzweise verweigert?
Warum hat das Papsttum auch heute nach 2000 Jahren noch eine solche Bedeutung, wer folgt Papst Johannes Paul II. auf den Papstthron und braucht die katholische Christenheit heute noch den heiligen Stuhl an ihrer Spitze?

Gemeinsam mit dem Jesuiten und langjährigen Leiter der deutschen Abteilung bei Radio Vatikan Pater Eberhard von Gemmingen und dem Papstkenner und Kirchenredakteur Norbert Sommer macht sich PLANET WISSEN der Macht der Päpste auf die Spur, dokumentiert Glanz und Elend des Papsttums in der Geschichte und beleuchtet die Ursprünge des Pontifikats, des höchsten Amtes der Christenheit.

 

HANF – Droge oder Wunderpflanze? 16. November 2004, Wdh. 8. Juli 2005

Hanf gehört zu den ältesten und begehrtesten Nutzpflanzen der Erde, die bereits vor 12.000 Jahren in China angebaut wurde. Kriege wurden im Antiken Rom wegen Hanf geführt. Gutenberg druckte seine erste Bibel auf Hanfpapier, Segel und Taue der Schiffe mit denen Kolumbus 1492 Amerika entdeckte waren aus Hanf. Sogar die Erfindung der Blue-Jeans durch Levi Strauss war ein Hanfprodukt.
Doch bald verdrängten synthetische Präparate Cannabis aus der Medizin, Baumwolle und synthetische Textilfasern machten die industrielle Verwertung von Hanffasern überflüssig. Schließlich geriet die Hanfpflanze als Rohstofflieferant für Drogen wie Haschisch oder Marihuana in Verruf.
Doch inzwischen wird die Nutzpflanze wieder entdeckt. Ihr Anbau ist in Deutschland seit 1996 unter strengen Auflagen wieder erlaubt. In der verarbeitenden Industrie gewinnt die vielseitige Naturfaser vermehrt an Bedeutung.

Gemeinsam mit dem Hanf-Kenner und Publizisten Mathias Bröckers macht sich PLANET WISSEN dem Naturwunder Hanf auf die Spur, dokumentiert die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Nutzpflanze und arbeitet das Problem des Drogen-Lieferanten Hanf heraus.

 

TIBET - Geheimnisvolles Dach der Welt, 23. September 2004

Tibet, das Dach der Welt, ist ein Land der Extreme. Das Land, das an China, Nepal und Indien angrenzt, verläuft entlang der höchsten Gebirgskette der Welt, dem Himalaja. Tibet liegt über viertausend Meter hoch und ist fast so groß wie ganz Westeuropa. Über Jahrtausende wurde die tibetische Hochkultur durch die unbezwingbare und von außen schwer zugängliche Landschaft geprägt. Tibet ist weltweit berühmt für seine buddhistische Kultur.
Doch die jüngste Geschichte hat die tibetische Kultur dramatischen Veränderungen unterworfen. Im Oktober 1950 marschierten chinesische Truppen in Tibet ein, seither ist die Unabhängigkeit Tibets ein ungelöstes Problem. Eine erhebliche Militarisierung des Landes, politische Verfolgung und die streng eingeschränkte Religionsausübung durch China sind die Folge. Der anhaltend starke Zustrom von Chinesen führt zu einem besorgniserregenden Verlust der tibetischen Identität.

Gemeinsam mit dem Tibetkenner und Fotojournalisten Olaf Schubert macht sich PLANET WISSEN auf eine Reise durch das verbotene Land Tibet, dokumentiert die wechselvolle Geschichte und das schwierige Zusammenleben verschiedener Kulturen und durchleuchtet die zentrale Bedeutung des tibetischen Buddhismus für die Menschen und ihre Kultur.

 

WIDERSTAND - Georg Elser, die Weiße Rose und der 20. Juli.
14. Juni 2004, Wdh. 20. Juli 2004


Vor sechzig Jahren, am 20. Juli 1944 hat eine Handvoll deutscher Offiziere versucht, Hitler durch einen Staatsstreich zu beseitigen. Der Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg verübte einen Sprengstoffanschlag auf den Diktator während einer Besprechung in Hitlers Hauptquartier. Der Staatsstreich scheiterte.
Bereits fünf Jahre zuvor hatte Georg Elser aus Königsbronn versucht, Hitler im Münchener Bürgerbräukeller mit einer Bombe zu töten. Die Münchener Studentengruppe ‚Die Weiße Rose’ wollte durch Flugblätter und Parolen auf Mauern die deutsche Bevölkerung gegen den Diktator und seinen Vernichtungskrieg wachrütteln.

Kaum jemand wagte es im Dritten Reich gegen Hitler aufzustehen und sich dem Terrorapparat der Nationalsozialisten entgegenzustellen. Die wenigen Menschen, die es taten, bezahlten ihren Widerstand mit dem Leben. Hitler überlebte an die 42 Attentate, die auf ihn verübt wurden. Seine Gegner wurden grausam hingerichtet, ihre Erinnerung sollte aus dem Gedächtnis der Deutschen gelöscht werden.
Doch auf die Männer und Frauen des Widerstands, die Vertreter eines „anderen Deutschlands“ gründete das neue Selbstverständnis der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Gemeinsam mit Anneliese Knoop-Graf, der Schwester Willi Grafs, einem Mitglied der des Weißen Rose, eröffnet PLANET WISSEN eine Rückblende auf die bewegenden Stunden jener wenigen Frauen und Männer, die den „Aufstand des Gewissens“ wagten und sich unter Einsatz ihres Lebens gegen Hitler erhoben hatten.

 

PERLEN – Juwelen der Ozeane, 29. Juni 2004, Wdh. 6. Juli 2005, Neufassung 11. September 2006

Nach wie vor ist der Mythos der Perle ungebrochen. Sagen und Erzählungen ranken sich um den kostbarsten Schmuckstein organischen Ursprungs, Jahrhunderte lang war die Perle ein Privileg der Reichen und Mächtigen, der Kaiser und Könige. Perlen entsprechen dem menschlichen Schönheitsideal, sie stehen für stehen für Reinheit, Glück, Reichtum und Schönheit. Erst die japanische Erfindung der Zuchtperle im 20. Jahrhundert macht die begehrten Kostbarkeiten auch breiten Schichten zugänglich.

Gemeinsam mit dem internationalen Perlenhändler Dieter Müller unternimmt PLANET WISSEN einen Streifzug durch die schimmernde Welt der Perlen und erläutert ihre geheimnisvolle Entstehung, Zucht und Verarbeitung zu schmuckvollen Kleinoden. Tauchen Sie mit uns ein in die Welt der prachtvollen Juwelen der Ozeane.

 

SCHULGESCHICHTEN - Pauker, Noten, Klassenkeile, 16. Juni 2004

Viele haben sie gefürchtet, wenige haben sie geliebt, alle haben sie von innen gesehen: die Schule. Sie hat uns geprägt, Jahre unseres Heranwachsens bestimmt. Noch heute denken wir mit gemischten Gefühlen an Lehrer, Klassenkameraden und Mitschüler zurück.
Genauso rasant, wie sich unsere Gesellschaft verändert, wandelt sich das System Schule. Bildungsnotstand, zunehmende Gewalt an Schulen und ausgebrannte Lehrer stehen immer höheren Leistungsanforderungen einer komplexer werdenden Gesellschaft gegenüber.

Gemeinsam mit dem Lehrer und Vorsitzenden des Deutschen Beamtenbundes in Baden-Württemberg Volker Stich unternimmt PLANET WISSEN einen Streifzug durch die Geschichte der Schule. Begleiten Sie uns durch den Mikrokosmos Schule, der die Generationen von morgen bildet und ausbildet und auf das Leben in Deutschland vorbereiten soll.

 

MÜHLEN - Kraft aus Wind und Wasser,
17. Mai 2004, Wdh. 6. September 2004, 5. August 2005


Wasser- und Windmühlen gehören zu den ältesten und wichtigsten technischen Errungenschaften der Menschheit. Die bahnbrechende Kulturleistung des Menschen, mit der Erfindung der Mühle Muskelkraft durch die natürlichen Energien Wasser und Wind zu ersetzen, prägte 2000 Jahre lang Leben und Landschaft in Europa. In Norddeutschland waren Windmühlen weithin sichtbare Wahrzeichen der Region. In den gebirgigen Gegenden in Süd- und Mitteldeutschland, etwa im Schwarzwald, waren die an rauschenden Bächen gelegenen Wassermühlen jahrhundertelang nicht wegzudenken. Heute wirken die wenigen noch verbliebenen historischen Mühlen auf uns romantisch, idyllische Momentaufnahmen einer guten alten Zeit.

Gemeinsam mit der Mühlenbesitzerin und Museumspädagogin Barbara Seidenschwann unternimmt PLANET WISSEN einen Streifzug durch die Geschichte und Kultur der alten Mühlen und geht der Begeisterung auf den Grund, die heutzutage wieder viele Menschen für den Kulturträger Wind- und Wassermühle erfasst.

 

THERMALQUELLEN - Arznei ohne Nebenwirkungen, 10. Februar 2004

Schon immer hat der Mensch vom Jungbrunnen geträumt, vom Wasser des Lebens, das Krankheiten heilt und Schmerzen lindert. Solche Lebenselixiere gibt es wirklich, und sie haben wenig mit Wundern oder Aberglauben zu tun. Denn an manchen Stellen lässt die Natur heiße Quellen an die Erdoberfläche sprudeln, Thermalquellen, deren wohltuende, lindernde und heilende Wirkung heute bereits vielfach erprobt und wissenschaftlich belegt ist.

Gemeinsam mit dem Balneologen (Bäderheilkundler) Dr. Bernd Hartmann unternimmt PLANET WISSEN einen Streifzug durch die geheimnisvollen Wellness-Tempel der Natur. Tauchen Sie mit uns ein in eine Welt der Wärme und des Wohlbehagens…

 

SPIELE UND SPIELZEUG, 27. Januar 2004

Seine „Siedler von Catan“ sind in Deutschland mittlerweile Legende, gerade erscheint der historische Roman zum Spiel. Der Spieleentwickler Klaus Teuber ist einer der ganz wenigen in Deutschland, die vom Spiele erfinden leben können, und Teuber ist einer der ganz Großen. Doch warum ist ausgerechnet Deutschland der Vorreiter in Sachen Brett- und Gesellschaftsspiele? Warum begeistern sich im digitalen Zeitalter immer mehr Menschen quer durch alle Generationen für ein Spielbrett, ein paar Spielsteine und Würfel, für eine Jahrtausende alte Spielekultur?

Gemeinsam mit Klaus Teuber unternimmt PLANET WISSEN einen Streifzug durch die Geschichte des Spielens und der Spiele und geht spielerisch dem Trendsetter Brettspiel auf den Grund, das immer mehr Menschen begeistert und verzaubert.

 

DIE BIBEL - Buch der Bücher, 19. Dezember 2003

Seine Bücher sind Topseller, seine Vorträge füllen Hallen und Kirchen, Pater Anselm Grün OSB ist einer der meistgelesenen Autoren der Gegenwart. Aber der erfolgreiche Schriftsteller versteht sich in erster Linie als Mönch, sein Selbstverständnis ruht auf der geistlichen Tradition der Mönche und im besonderen Maße - auf der heiligen Schrift.
Die Bibel gehört zu den wichtigsten Kulturzeugnissen der Menschheit, ihre Rekorde sind legendär. Buch der Bücher, meistverkauftes, meistgedrucktes Buch der Welt, kein anderes Werk ist in so viel verschiedene Sprachen übertragen worden, wie die Bibel.
Dabei ist die Bibel kein Werk eines einzelnen Autors. Das Buch der Bücher ist vielmehr eine Bibliothek, ihre Schriften über Jahrtausende gesammelt und aufgeschrieben worden. Die Bibel erzählt Geschichten von der Beziehung zwischen Gott und den Menschen, und diese Geschichten sind längst Geschichte geworden, unsere Geschichte. Denn die Bibel kommt aus den Anfängen unserer Kultur.

Gemeinsam mit Pater Anselm Grün macht sich PLANET WISSEN dem Buch der Bücher auf die Spur, dokumentiert Ursprünge und Wesen der Bibel und durchleuchtet die Bedeutung der heiligen Schrift für Christentum und Abendland. Die Bibel – ein Buch, ohne das heute nichts so wäre, wie es ist.

 

DIE KELTEN - 16. Januar 2004, Neufassung 09. Oktober 2006

Die Kelten sind unsere Urahnen. Bei den alten Römern und Griechen wegen ihrer Tapferkeit berüchtigt und gefürchtet, lebten und starben die Kelten vor weit über 2000 Jahren in Mitteleuropa. Obwohl sie die europäische Landkarte von der Bretagne und Spanien bis nach Kleinasien besiedelten und unangefochtene Meister der Eisenschmiedkunst waren, die Kelten haben uns nur wenig Zeitzeugnisse hinterlassen, denn sie besaßen keine Schrift. Bedeutende Bestattungsfunde finden sich vor allem in Österreich, Frankreich und Deutschland. Wer waren diese rätselhaften keltischen Völker und Stämme aus der grauen Vorzeit, gab es eine dunkle Seite der Kelten, die Menschenopfer darbrachte, und was nahmen die geheimnisvollen keltischen Druiden für Stammesfunktionen ein - Geheimnisse, die die archäologischen Forschung bis heute intensiv beschäftigen.

PLANET WISSEN nimmt Sie mit auf eine Zeitreise, nimmt die Lebensweise und archäologischen Hinterlassenschaften der Kelten genauer unter die Lupe und macht sich mit dem Archäologen Professor Markus Egg der geheimnisvollen Geschichte der keltischen Kulte und Rituale auf die Spur.

 

BERNSTEIN - Gold der Ostsee, 20. November 2003

In Jahrmillionen aus Kiefernharz hervorgegangen, stammt Bernstein aus längst vergangenen Zeiten, als die Erde noch lange nicht vom Menschen bevölkert wurde. Dabei wirken seine eingeschlossenen Mücken und Ameisen, für die er zur tödlichen Falle wurde, so bewegt und lebendig, als wären sie gerade erst in den honigfarbenen Bernstein eingetaucht.
Bernstein, der insbesondere an den Küsten der Ostsee angeschwemmt wird, besticht durch seine variierende Farbgebung, seine hohe Lichtbrechung und Leuchtkraft. Schon immer war der Mensch vom Bernstein fasziniert, Bernsteinschmuck existierte bereits in der Steinzeit. Das berühmteste Kunstwerk aber, das der Mensch aus dem Gold der Ostsee je gefertigt hat, ist das legendäre, bis heute verschollene Bernsteinzimmer, dessen Rekonstruktion in Sankt Petersburg nun wieder in neuem Glanz erstrahlt.

PLANET WISSEN untersucht die vielfältigen Erscheinungsformen und Einschlüsse des Bernstein und geht dem Mythos Bernsteinzimmer genauer auf den Grund. Zu Gast ist Dr. Günter Bechly, Bernsteinforscher und Kurator des Bernsteinkabinetts im Naturkundemuseum Stuttgart.

 

KLOSTERLEBEN - Leben hinter Klostermauern, 24. September 2003

Seine Vorträge sind auf Jahre hin ausgebucht, wo er hinkommt füllen seine Zuhörer Kirchen und Säle, seine Bücher sind begehrte Topseller, aber Pater Anselm Grün versteht sich nicht als Guru oder erfolgreicher Schriftsteller, - sondern als Mönch. Und als solcher kann er auf eine Jahrtausende alte Kulturgeschichte zurückblicken. Denn während in Europa vor über 1ooo Jahren die Menschen ihre kulturellen Errungenschaften allmählich vergaßen, erwiesen sich die Mönche als Bewahrer und Förderer des Wissens und der Wissenschaften. In den Klöstern wurde gelesen, geschrieben und gelehrt. So entwickelte sich die Klostermedizin aus der mönchischen Sorge um die Kranken und legte damals den Grundstein für die heutige Schulmedizin.
Immer mehr Menschen nehmen heute in Klöstern eine Auszeit und nutzen die vielseitigen Angebote der Mönche und Nonnen zur inneren Einkehr.

Gemeinsam mit Pater Anselm Grün unternimmt PLANET WISSEN einen Streifzug durch das streng geregelte Leben der Mönche und Nonnen und geht dem Trend „Kloster auf Zeit“ auf den Grund, hinter Klostermauern mönchische Einfachheit und Konzentration in Gebet und Stille zu teilen.

 

  VON KÖCHEN UND KÜCHEN, 5. Dezember 2003, Wdh. 22. April 2004

Exakte Garzeiten, Eigengeschmack der verwendeten Produkte und Verwertung frischer Zutaten sind die Regeln der „Nouvelle Cuisine“, der so genannten „Neuen Küche“. Vor genau 30 Jahren erschütterte der französische Starkoch Paul Bocuse mit seiner Bewegung die Stargastronomien der westlichen Hemisphäre. Auch heute noch kommt kein Meisterkoch an diesen Geboten vorbei, wenn er zur gastronomischen Spitzenklasse gehören will, die mit dem begehrten Michelin-Stern ausgezeichnet wird. Doch nicht nur die Köche und ihre Gerichte haben sich verändert, die Küche selbst hat sich im Wandel der Zeiten auf verschiedene Bedürfnisse eingestellt: Aus Großmutters Wohnküche mit Kachelofen wurde die rational durchdachte Einbauküche der Bauhaus-Bewegung. Doch heute nutzen die Menschen Ihre Küche längst wieder als gemütlichen Aufenthaltsraum.

PLANET WISSEN geht den Gourmet- und sonstigen Küchen und Köchen genauer auf den Grund, erzählt die Geschichte der Michelin-Sterne und fragt zusammen mit Star-TV-Koch Vincent Klink nach den Prinzipien guter Köche und Küchen.

 

KAVIAR - Schwarzer Schatz der Meere, 10. Oktober 2003, Wdh. 25. Februar 2004

Der Stör gehört zu den ältesten Tierarten der Erde und wird heute erbarmungslos gejagt, denn seine Eier sind eine Kostbarkeit. Sie werden dem noch lebenden Fisch entnommen, danach gesalzen und in Dosen verpackt: Fertig ist der Kaviar. Während der Stör durch zunehmende Umweltverschmutzung und die Kaviarmafia akut vom Aussterben bedroht ist, wird Kaviar immer begehrter, weil er immer seltener zu haben ist. Waren die schwarzen Perlen früher eine beliebte Delikatesse, gelten sie heute als Statussymbol der Superreichen.

PLANET WISSEN geht den glitzernden Perlen auf den Grund, fragt nach der kulinarischen Bedeutung des Kaviars zwischen Dekadenz und Delikatesse, und erörtert Perspektiven, wie die Bestände des prähistorischen Störs geschützt werden können.
Zu Gast ist Vincent Klink, prominenter Gourmet und Fernsehkoch aus dem ARD-Büffet und der SWR-Kochkunst.

 

SOLDATEN - Krieger oder Friedensdiener? 9. September 2003

Deutschlands Soldaten waren die Akteure zweier Weltkriege, die beispiellos in der Geschichte sind und Europa in Schutt und Asche gelegt haben. Heute hingegen ist die Bundeswehr längst integriert in das Selbstverständnis eines geeinten Europas. Doch deutsche Soldaten sind wieder im Einsatz, zum Beispiel in Afghanistan oder auf dem Balkan. Während die Bundeswehr einen schwierigen Spagat zwischen Reform und ständiger Einsatzbereitschaft im Ausland unternimmt, entscheidet sich rund die Hälfte der Wehrpflichtigen für einen sozialen Ersatzdienst. Galten Zivis und Wehrdienstverweigerer noch vor einigen Jahren als Drückeberger, so haben sich der Zivildienst und das Freiwillige Soziale Jahr heute längst als soziale Schwergewichte etabliert, die aus dem gesellschaftlichen Bild Deutschlands nicht mehr wegzudenken sind.

PLANET WISSEN geht der Geschichte des deutschen Soldaten und Zivildienstleistenden auf den Grund und diskutiert mit Prof. Dr. Manfred Messerschmidt (Militärhistoriker und langjähriger Leiter des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes) Rolle und Aufgaben der deutschen Soldaten heute.